Veranstaltung: April 2017

Di
11.4.17
19.00 Uhr

Tage der tschechischen Poesie: Antipoden der 90er Jahre

Event-Picture: Tage der tschechischen Poesie: Antipoden der 90er Jahre Petr Borkovec (c) Ondej Lipr
Petr Borkovec (c) Ondej Lipr

Lesung & Gespräch

In Lesung und Gespäch Petr Borkovec Dichter, Cˇernošice bei Prag | Jaromír Typlt Dichter, Prag | Musik Franka Herwig Akkordeon | Tomáš Jamník Cello | Moderation Lena Dorn Slawistin und Übersetzerin, Leipzig

Kuratiert von Jonáš Hájek Dichter, Übersetzer und Mitglied der Tschechischen Schriftstellervereinigung (Partnerin im lyrikline­Netzwerk)

Zwei alte Gegenspieler kommen zum ersten Mal gemeinsam auf eine Bühne: Am zweiten Abend der tschechischen Dichtkunst sind Petr Borkovec (geb. 1970 in Louňovice pod Blaníkem) und Jaromír Typlt (geb. 1973 in Nová Paka) zu Gast. Sie prägten die goldene Generation der 90er Jahre in der tschechischen Poesie und standen sich lange als Antipoden gegenüber. Die Art, wie sie mit Sprache umgehen und sich die Welt aneignen, unterscheidet sie fundamental.

Borkovec, als kreativer Kopf des „Café Fra“ zentraler Akteur der Prager Poesieszene, gestaltet in seiner Lyrik klassische Formen neu. Typlt lässt sich vom puren Klang inspirieren und lotet die Grenzen der Dichtung im Crossover mit Performance und anderen Künsten aus. Sie diskutieren über den Weg, den die tschechische Poesie seit den Jahren des politischen Umbruchs genommen hat. Tomáš Jamník und Franka Herwig spielen eine Erstaufführung: Simple Space von dem gefeierten tschechischen Komponisten Miroslav Srnka in Besetzung mit Cello und Akkordeon. Wir danken dem Bärenreiter-Verlag für die Erlaubnis, das Stück von Miroslav Srnka aufzuführen.

10.4. Tage der tschechischen Poesie: Ansichtskarte aus Kunštát

12.4. Tage der tschechischen Poesie: zwischen Politik und Konzept


Petr Borkovec (geb. 1970 in Louňovice pod Blaníkem in Mittelböhmen) lebt als Dichter, Übersetzer, Kulturredakteur und Organisator für das Café Fra in Černošice bei Prag. Er wurde u.a. mit dem norbert-c.-kaser-Preis und dem Hubert Burda Preis für junge Lyrik ausgezeichnet. Mitte der 2000er Jahre war er Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Es erschienen mehrere Auswahlbände in deutscher Übersetzung, zuletzt „Liebesgedichte“ (Edition Korrespondenzen 2014, übersetzt von Christa Rothmeier).

Jaromír Typlt (geb. 1973 in Nová Paka) ist Dichter, Performer und Essayist. Er studierte Tschechisch und Philosophie an der Karlsuniversität und promovierte zu surrealistischer Poesie aus Tschechien. Danach arbeitete er als Dramaturg und Kurator einer Galerie in Liberec. Seit 1990 sind zahlreiche Gedichtbände erschienen, zuletzt "Za dlouho" (2016). Typlt konzentriert sich verstärkt auf Performance und die Zusammenarbeit mit Musikern und visuellen Künstlern seit den 2000er Jahren. Er lebt und schreibt in Prag.
www.typlt.cz
 
Tomáš Jamník (geb. 1985 in Prag) ist ein tschechischer Cellist und lebt in Berlin. Hier spielte er u.a. mit den Berliner Philharmonikern. Seit dem Beginn seiner Solokarriere 2006 tritt er mit Orchestern weltweit auf. Im Jahr 2007 nahm er zusammen mit dem Pianisten Ivo Kahánek sein erstes Album auf, das in Tschechien von den Kritikern als „das Debüt des Jahrzehnts“ bezeichnet wurde. Auf seinem jüngsten Album mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Prag und mit Tomáš Netopil realisierte er die komplette Aufnahme der Werke für Cello und Orchester von Antonín Dvořák.
www.tomasjamnik.cz

Die Akkordeonistin Franka Herwig (geb. 1984 in Berlin) studierte Gesang und Akkordeon in Lübeck, Bremen und Paris. Sie singt in Opern und spielt weltweit Konzerte, u.a. in einer festen Formation mit dem Violinisten David Marie Gramse. Das Repertoire besteht aus Werken von der Renaissance bis zur Gegenwart und eigens für das Duo komponierten Stücken.
www.frankaherwig.de
 
Miroslav Srnka (geb. 1975 in Prag) ist der international gefragteste tschechische Komponist seiner Generation. Seine Opern und andere Stücke wurden u.a. an der Staatsoper Berlin, der Semperoper Dresden und der Bayerischen Staatsoper München aufgeführt.

 

Diese Veranstaltungsreihe vom 10. bis 12. April wurde gemeinsam mit der lyrikline-Partnerin Tschechische Schriftstellervereinigung (Asociace spisovatelů) erarbeitet und organisiert. Sie findet in Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Zentrum Berlin statt und wird im Rahmen des Deutsch-Tschechischen Kulturfrühlings durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds unterstützt. Sie wird gefördert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung mit Mitteln des Auswärtigen Amtes.

Der DEUTSCH-TSCHECHISCHE KULTURFRÜHLING 2017 ist eine grenzüberschreitende Kulturinitiative der Deutschen Botschaft Prag, des Goethe-Instituts  in Prag, des Deutsch-Tschechischen  Zukunftsfonds und der Tschechischen Zentren in Berlin und München in Zusammenarbeit mit dem Kulturministerium und dem Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Tschechischen Republik.

Die Veranstaltung wird gedolmetscht.

Mit freundlicher Unterstützung von ECHOO Konferenzdolmetschen


 



Ort:
Haus für Poesie
Kulturbrauerei

Knaackstr. 97, 10435 Berlin


Eintritt:
6/4 €